OTGO

Otgonbayar Ershuu - Malerei

OTGOS Wurzeln liegen in einer fernen Region, dünn besiedeltes Steppen- und Wüstenland, historisch vermittelt durch die Eroberungszüge Dschingis Khans im 13. Jh.  und in ihrem Kunstschaffen seit dem 17. Jahrhundert ein herausragendes Zentrum buddhistischer Kunst: der Mongolei. 

1981 in Ulan-Bator geboren, studierte OTGO traditionelle mongolische Malerei in seiner Heimatstadt, um sich anschließend in einer intensiven Phase des Selbststudiums, nomadisch von Kloster zu Kloster reisend, die buddhistische Kunst der Miniaturmalerei anzueignen. „Thangka-Malerei bedeutet, dass der Geist malt und nicht die Hände - wie Meditation, die ihm neue Kraft und Energie verleiht“, so fasst OTGO diese prägende Erfahrung zusammen.

Seit 2005 in Berlin lebend, hat OTGO seine künstlerischen Wurzeln, u.a. durch ein erneutes, 2010 mit dem Mastertitel abgeschlossenes Kunststudium, konsequent weiterentwickelt und zeitgenössisch adaptiert. Er gilt damit als der bedeutendste Maler der sich immer weiter modernisierenden Mongolei und zugleich als wichtiger Vertreter einer kulturenübergreifenden Weltkunst.

Seine großformatigen Gemälde sind als Miniaturmalerei angelegt, in mehreren, dickichtartigen Bildschichten übereinander finden sich Abbildungen von Menschen und Tieren, die wie in einer Sogbewegung dynamisch ineinander verwoben sind. Farblich sind OTGOS Arbeiten meist in kräftigen, frischen Tönungen gestaltet, dabei aber beschränkt auf nur jeweils zwei oder drei Farben, die in variantenreichen Schattierungen ausgeführt werden – und dennoch mitunter fast monochrome (Fern-)Wirkungen erzeugen.  OTGOS Arbeiten entziehen sich eindimensionalen Betrachtungsweisen: die Detailsicht seiner Miniaturen lässt comicartige Figurationen erkennen – unabhängig von diesen für sein Werk zentralen Malereien hat OTGO tatsächlich ein etwa 3000 Zeichnungen umfassendes Comicwerk erschaffen, das ein 800-jähriges Literaturzeugnis seiner Heimat, die „Geheime Geschichte der Mongolen“, erstmals ins Bild setzt.  Neben der grundsätzlich figurativen Anlage seiner Werke aber bringen schon die teilweise riesigen Bildformate (vgl. etwa „HUN“, mongolisch für „Menschen“, 660 × 217 cm, Acryl auf Leinwand, 2010–2012), bei denen Bilddetails sich zu flimmernden Texturen vereinen, auch abstrakte Malkonzeptionen zum Vorschein.  

In seiner für den Kunstverein Konstanz konzipierten Ausstellung wird OTGO, der vielfach ausgezeichnete und international agierende Künstler, vor allem neue großformatige Arbeiten zeigen und dabei in sein eigenständiges, zwischen östlicher Maltradition und westlicher Bildsprache changierendes Werk einführen.

 

Mongolische Musik im Kunstverein: Urna

Urna Chahar-Tugchi und Oli Bott

Samstag, 05.10.2019, 20 Uhr

Mit seiner Präsentation des mongolischen Malers Otgo weitet der Kunstverein Konstanz ein weiteres Mal den Blick auf außereuropäische Kunst.  Ein außergewöhnlicher Höhepunkt dieser Ausstellung wird die Begegnung des malerischen, buddhistisch beeinflusstem Werks Otgos mit einer der herausragendsten Musikerinnen der Inneren Mongolei sein: Urna Chahar-Tugchi. 

Urnas Instrument ist ihre Stimme,  mit der sie, aus einer Familie nomadischer Hirten stammend, die flirrende Weite  der heimatlichen Steppenlandschaft, deren mystische Verwurzeltheit hörbar macht. Urnas vier Oktaven umfassende Stimme ist dabei von einer unvergleichlichen Authentizität,  variantenreich und klar.

Urna, inzwischen auch in Deutschland beheimatet, ist eine Weltmusikerin von Rang,  die international auftritt und mit Preisen wie dem Ruth Prize als beste internationale Künstlerin ausgezeichnet wurde. 

Zurück